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Strich-, 2D-Code oder RFID?

Häufig werden wir gefragt, ob man statt des Strichcodes nicht eine modernere Alternative - 2D-Code oder RFID - wählen sollte. In diesem Artikel möchten wir einen kurzen Überblick über die praktischen Aspekte der einzelnen Lösungen skizzieren.  Bei der finalen Entscheidung empfehlen wir jedoch immer einen Fachmann  zu konsultieren. Dieser Text soll lediglich einer kurzen Orientierung dienen.

Strichcodes

Unter diesem Begriff verstehen wir die klassischen linearen Strichcodes (auch 1D-Codes genannt), ähnlich denen, die man auf den meisten Warenartikeln findet.  Das Wort „ähnlich“ ist bewusst gewählt, da sich der Strichcode des Typus EAN, den man im Einzelhandel benutzt,  nicht für Anlagen-Erfassung eignet.  In der Praxis benutzt man einen anderen Typus des Strichcodes, wobei wir z.B. Code 128 empfehlen können, der gute Eigenschaften bezüglich Fehlertoleranz und große Dichte aufweist. Ein Code von diesem Typus sieht z.B. so aus:

 

Der Code auf dem Bild beinhaltet den Text DA123456.  In Abhängigkeit vom Typus des Strichcodes können Nummern, große und kleine Buchstaben und einige Sonderzeichen dargestellt werden (z.B. ein Punkt oder ein Schrägstrich). Das kann nützlich sein, wenn der Identifikator (die Inventarnummer) ein kompliziertes Format hat. Einige Typen des Strichcodes können nur Nummern kodieren.  Maximale empfohlene Länge des Codes beträgt 12 Zeichen. Längere Codes sind möglich, passen jedoch nicht immer auf die üblichen Etiketten.

Für die Auslesung der Strichcodes kann man in der Regel jedes Auslesegerät für Strich- oder 2D-Codes benutzen.  Für den Druck von Etiketten für das Anlageinventar ist der Thermotransferdrucker empfehlenswert.

Vorteile:   eingeführter Standard, einfache Handhabung, kann mit beliebigem Scanner gelesen werden

Nachteile: begrenzte Kapazität (niedrigere Flächendichte der Informationen) oder größere Fläche des Codes 

2D-Codes

Diese Codes werden manchmal als 2D-Strichcodes bezeichnet, obwohl sie statt Striche eher ein Quadrat bilden.  Der vermutlich bekannteste Vertreter ist der s.g. QR-Code, den man für die Kodierung von Webadressen oder Zahlangaben auf den Rechnungen nutzt. Ein weiterer Vertreter ist z.B. der Code des Typs Datamatrix, von dem wir ein Beispiel hier zeigen:

 

Auch dieser Code beinhaltet den Text DA123456. Dabei sieht man den Hauptvorteil eines 2D-Codes - die gleiche Information beansprucht bei der Nutzung wesentlich weniger Platz. Er eignet sich für die Kennzeichnung von kleinen Artikeln, wo die Etiketten auf eine Fläche von Größenordnung  1x1 cm verkleinert werden können. Da sich kleine Etiketten schwerer finden lassen, empfehlen wir etwas größere.  In 2D-Codes lassen sich ebenfalls erheblich mehr Angaben kodieren (bei größeren Codes  gar mehrere Tausend Zeichen), für die Anlagenerfassung muss man in der Regel nur die Inventarnummer kodieren, alle weiteren Angaben werden über das IT-System erfasst. 

Für die Auslesung von 2D-Codes benötigt man einen speziellen 2D-Scanner, den Strichcode-Scanner kann man nicht nutzen.  In der letzten Zeit hat sich die 2D-Codes -Technologie durchgesetzt und die entsprechenden Geräte sind weitverbreitet und der Preis ist nur unwesentlich höher als der von Strichcode-Scannern.  Bezüglich des Etiketten-Drucks können alle Thermotransferdrucker sowohl den Strich- als auch 2D-Code drucken.

Vorteile: kleinere Größe bzw. mehr Informationen auf gleicher Fläche

Nachteile:   2D-Scanner notwendig  

RFID-Technologie

Die Problematik der RFID-Technologie (steht für Radio-Frequency Identification) ist sehr breitgefächert, da es sich um verhältnismäßig junge Technologie handelt, bei der die Standards erst gebildet werden.  Das Prinzip von RFID ist ähnlich denen von Strich- bzw. 2D-Codes, mit dem Unterschied, dass das Auslesen von Informationen aus dem RFID-Chip über das Radiosignal geschieht, ohne die Notwendigkeit eines visuellen Scannens. RFID-Chips können unterschiedlicher Ausprägung sein, oft werden sie in den Etiketten eingebaut, auf denen zusätzlich der Strichcode gedruckt ist. 

 

Es bestehen Applikationen, die RFID für die Inventarerfassung nutzen, sie sind jedoch selten.  Das größte Hindernis stellt wahrscheinlich der wesentlich höhere Preis dar (sowohl für „Etiketten“ als auch Scanner),  das Vorhandensein unterschiedlicher Standards und gewisse Technologie-Probleme,  die mit der Implementierung verbunden sind (z.B.  Signal-Interferenzen, größere Abmessungen der Etiketten usw.).

Für die Inventur ist der größte Vorteil dieser Technologie - Datenfernübertragung - etwas fraglich. Bei der physischen Inventur ist es notwendig die Existenz des Inventars und nicht des dazugehörigen RFID-Chips zu überprüfen.  Wenn wir uns auf die Fernübertragung der RFID-Etiketten verlassen ohne die Existenz des Inventars zu überprüfen, könnten wir ein Notebook , dessen Etikette abgerissen und in die Schublade abgelegt wurde,  fälschlicherweise als gefunden deklarieren.  Bei der tatsächlichen physischen Inventur ist der Unterschied zwischen dem Scan der Etiketten mit Strichcode und der RFID-Etikettenrelativ klein und die Zeitersparnis kann den erheblich höheren Preis der Ausrüstung nicht ausgleichen.

Vorteile: Fernübertragung der Informationen für Scan und Eintrag 

Nachteile: hoher Preis für RFID-Chips und Ausrüstung, hohe technische Ansprüche für Implementierung

Fazit

Wenn wir den vorhandenen Text in ein paar Empfehlungen zusammenfassen sollten, würden sie wie folgt lauten:

  • Für die Erfassung von üblichem Inventar reicht der lineare Strichcode aus.
  • Sollten Sie sehr kleine Gegenstände oder sehr lange Inventarnummern haben, ziehen Sie den Einsatz von 2D-Codes in Betracht.
  • In speziellen Fällen kann man auch RFID nutzen,  rechnen Sie jedoch mit erheblich höheren Kosten für die Implementierung.
  • Fragen Sie immer die Fachleute.
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